Kirche

Die Kirche St. Martin wurde in den Jahren 1866 bis 1876 als neugotische Hallenkirche gebaut. Planer und ausführender Architekt der Kirche war Eduard Zais aus Wiesbaden.

Sie steht in Ost-West-Richtung, weil die Schauseite, die dekorativ ausgebaute Turmfassade, vom Kurbereich aus gut sichtbar sein sollte.

Wegen großer Schwierigkeiten in der Erbauungs- und Einrichtungszeit (Kulturkampf u.a.!) konnte die Kirche erst am 17. Juni 1884 konsekriert werden.

Der Innenraum bekommt besonders durch die dekorative und doch zurückhaltende Ausmalung sowie durch die bunten Glasfenster im Chor Wärme und Athmosphäre. Von der Ausstattung ist besonders erwähnenswert der wertvolle Hauptaltar von 1880, aus sechs verschiedenen Holzarten und farbig gefasst. Im Aufbau entspricht er dem Typus mittelalterlicher Flügelaltäre. Die Kreuzwegstationen sind Werke aus der Erbauungszeit.

Die Neuzeit hat markante Akzente gesetzt mit Werken von Professor Gernot Rumpf. Sein Zelebrationsaltar von 1985 wird dominiert von dem uralten Symbol für Jesus Christus, dem Pelikan. Aus seinem Nest fließen vier Wasserströme, die zwei Garben und zwei Weinstöcke tragen. Auf ihnen ruht die Altarplatte aus Lahnmarmor. Der Ambo (1988), das Lesepult, ist gestaltet als Tisch des Wortes, von dem das Netz der Kirche herabfällt. Und in diesem Netzt haben allerlei Fische Platz, die in ihrer Symbolik mit der Stadtgeschichte von Bad Ems verbunden sind (z.B. Kaiser-Wilhelm-Fisch!) oder Verkörperungen der sieben Kardinalsünden darstellen.

Der Osterleuchter von 1996 wird getragen von dem Phönix, einem Vogel, der nach alten mythischen Vorstellungen sich selbst verbrennt und nach drei Tagen aus der Asche wieder aufersteht. So wurde er zum Symbol für die Auferstehung Jesu Christi.

Das jüngste Werk von Professor Rumpf ist der Taufbrunnen aus dem Jahre 2004.

Die große Orgel wurde 1995 von der Firma Sandtner, Dillingen an der Donau, erbaut. Sie hat 42 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Durch ihre außergewöhnliche Größe und ihren einzigartigen Klang ist die Orgel auch zu einem kirchenmusikalischen Mittelpunkt der Region geworden.

 

Kilian Schmitz

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